TUD

Institut für Automatisierungstechnik

2007

Sponsoring:

VDE-Bezirksverein Dresden Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Dresden

2007 - Studentenexkursion des Instituts für Automatisierungstechnik nach Lohr a. M., Ladenburg, Heidelberg und Sinsheim

Termin 
Mittwoch, 30.05. bis Freitag, 01.06. 2007 
Thema 
Automation & Mechatronic Engineering 

Besuchsobjekte

Von Stellantrieben, Robotern und Drallrädern

Am 30. Mai 2007 startete die dreitägige und inzwischen traditionelle automatisierungstechnische Exkursion.  Die Ziele waren in diesem Jahr die Firmen Bosch Rexroth in Lohr a. Main, ABB in Ladenburg, Rockwell Collins Deutschland in Heidelberg und das Verkehrsmuseum in Sinsheim.

Mittwoch, 30.05.2007

6 Uhr war der Start am Dresdener Hauptbahnhof. Mit 22 Teilnehmern ging es auf eine 5 stündige Busfahrt in Richtung Lohr. Professor Klaus Janschek begrüßte die Mitfahrer und teilte  einige organisatorische Feinheiten mit. Daraufhin wurde erstmal gemeinschaftlich geratzt.

In Lohr angekommen, konnte sich der Busfahrer nicht entscheiden, welches der drei Bosch-Rexroth-Werke er anfahren sollte, wodurch wir in den Genuss einer Stadtrundfahrt durch das Industriegelände kamen. Am Eingangstor des Firmengeländes erwarteten uns die Herren Rausch und Herkner, um uns gleich in zwei Gruppen aufzuteilen und sofort mit den Führungen durch die ?heiligen Hallen? begannen. Die erste Gruppe begann mit der Besichtigung der Demofläche und des Testlabors, während sich zweite Gruppe ein Bild von den Produktionsanlagen und des logistischen Systems machte. Im Labor und in der Fertigung zeigten sich unsere Führungsleiter sehr offen und gaben uns recht tiefe und interessante Einblicke in die Motorproduktion, Regelelektronik und Testverfahren, und wir konnten außerdem eine Werkzeugmaschine in Aktion sehen. Dabei handelt es sich um eine Schleif -, Bohr ?und Fräsmaschine, deren verschiedene Bearbeitungsköpfe in einer Art Trommelrevolver angeordnet sind. Das komplett computergesteuerte Lagersystem war ebenfalls sehr beeindruckend.

Nach dem Mittagessen ging es 14 Uhr mit einer Präsentation durch Herrn Kraus im Communication Center weiter. Er vermittelte uns ein paar allgemeine Informationen rund um diese weltweit agierende Firma. Nach Herrn Kraus Vortrag war es an uns, ihn mit Fragen zu bombardieren. Prof. Janschek spornte uns an, möglichst viele zu stellen. Danach machten wir uns langsam auf den Weg nach Heidelberg in die Jugendherberge. Noch ein Abschlussfoto, und los ging es.

Die Jugendherberge machte einen gepflegten und netten Eindruck. Sie liegt zwischen einem Fußballplatz und einem Zoo. Einige Zoobewohner machten sich aber keinen Kopf, ob die Jugendherberge Gäste hatte, welche ihren Schlaf brauchten. Ein Pfau trieb sein Unwesen auf einem Dach, und hielt nicht wenige mit seinen Lauten wach. An diesem Abend besichtigten wir erst einige Teile der ältesten Uni Deutschlands und tauschten dann die Eindrücke des Tages bei einem Glas Bier aus.

Donnerstag, 31.05.2007

Am nächsten Morgen ging es gegen 8 Uhr nach Ladenburg zur Firma ABB, die unter anderem Roboter und Steuerantriebe für Schiffe entwickeln. Wir wurden von Herrn Harbach begrüßt. Er umriss kurz die Firmenphilosophie, die Karrieremöglichkeiten, Einstiegsprogramme, die Struktur und die verschiedenen Gebiete von ABB und machte uns klar, dass ABB mit weltweit 108000 Mitarbeitern (davon 11400 in Deutschland) nicht als nationale sondern als globale Firma angesehen werden will. Daraufhin stellte sich eine der Forschungsabteilungen vor und gab uns einen Eindruck ihrer Arbeitsweise, ihrer Tätigkeiten und teilweise ihrer Ergebnisse. Die Firma beschäftigt sich in Ladenburg hauptsächlich mit Entwicklung, Produktion und Forschung. Neben Robotersteuerungen und Prozessautomatisierung werden in Ladenburg auch Schaltschränke und Antriebssteuerungen entwickelt und gefertigt. Die Führungen durch die Fertigung und die Testhallen waren wie schon bei Bosch Rexroth sehr interessant und aufschlussreich. Leider war die Zeit sehr knapp bemessen, so dass wir von einer Präsentation zur nächsten hetzen mussten und für Fragen zu den einzelnen Teilbereichen kaum Zeit blieb. Vor dem Mittag sahen wir uns die Forschungsabteilung Industrieroboter im Automobilbereich und Prozessautomatisierung an, während wir uns danach ein Modell der gefertigten Schiffssteuerung und deren Funktionsprinzip ansahen sowie durch die Fertigung der Schaltschränke gingen und zum Schluss drei verschiedene Stromwandler besichtigten, die  in Ladenburg montiert werden. Für den letzten Teil mussten wir uns spezielle Überschuhe zur Erdung anziehen, um bei Berührung einiger Komponenten keine Schaden durch ESD zu verursachen. Ein abschließendes Beweisfoto beendete unseren ABB-Aufenthalt, und wir hatten während der Fahrt zurück zur Jugendherberge Zeit, das Erfahrene zu verarbeiten bzw. Skat zu spielen. Nach dem Abendessen ging es wieder zur wohl längsten Fußgängerzone Deutschlands, um eine gemütliche Kneipe aufzusuchen.

Freitag, 01.06.2007

Freitag früh trafen sich wieder alle beim Frühstück, diesmal allerdings schon mit gepackten Taschen und aufgeräumten Zimmern, da es nach dem Frühstück gleich weiter zur Firma Rockwell Collins Deutschland in Heidelberg ging. Gegen 9.15 Uhr kamen wir dort an und bekamen zu Beginn erstmal wieder einen allgemeinen Vortrag über die Firma mit Fakten und Zahlen zu hören. Während der Besichtigungen bekamen wir einen Einblick in die Produktionsabläufe der Drallradfertigung, der Leiterplattenproduktion und der Fertigung der Produkte für die Luftfahrt. Nicht nur für den ?Eurofighter? werden hier Steuerungen entworfen, produziert und getestet, sondern auch für den ?Tornado? und den Hubschrauber ?Tiger?. Die Firma Rockwell Collins fertigt Komponenten für verschiedene Staaten. Sie bekommt dabei unter anderem aus verschiedenen Partnerländern Einzelteile zugesendet, verbaut diese und prüft die fertige Komponente. An Bauteile und Elektroniken sowie an deren Verarbeitung werden hier höchste Anforderungen gestellt, um Laufzeiten von 15 Jahren zu garantieren. So kostet z.B. ein 470 kOhm Widerstand für diese speziellen Anforderungen 10 ?. Natürlich schauten wir uns nach der Fertigung die Prüfung der Komponenten an. Diese bestand aus einer Anlage in der ein ohrenbetäubender Lärm herrscht. Dort sind einzelnen Komponenten in Klimaschränken eingeschlossen, die diese nun bei permanenten Schwingungen den widrigsten Temperaturbelastungen aussetzen. Ein besonderer Punkt an diesen Anlagen war, dass man sie per Internet Fernüberwachen bzw. Fernbedienen konnte.

Als wir mit Mittagessen fertig waren, bekamen wir noch die Drallräder in Aktion zu Gesicht. Bei Rockwell Collins fertigt man hochpräzise Drallräder mit langzeitstabilen Kugellagern. Diese sollen Satteliten über die Änderung des Drehmoments regeln. Wir erfuhren etwas über die speziellen Kugellager die mindestens 15 Jahre funktionieren sollen. Danach folgte das Highlight des Tages, als uns nun eine Neuentwicklung präsentiert wurde. Dabei handelte es sich um einen Prototyp eines magnetisch gelagerten Schwungrades. Mit Hilfe von Spulen und Induktionssensoren und einem firmenintern entwickeltem Regler wird das Schwungrad stabilisiert. Es schwebt und lässt sich dabei sogar in verschiede Richtungen auslenken. Es hielt auch dem einen oder anderen Belastungstest stand. Dabei wurden die Exkursionsteilnehmer animiert, doch mal etwas kräftiger am Tisch der Versuchsanordnung zu rütteln, was einige natürlich gern ausprobierten.

Nach der Verabschiedung machten wir uns auf den Weg zum Verkehrsmuseum in Sinsheim als Abschluss der Exkursion. Herr Ahrend begrüßte uns dort in seiner eigenen Art und brachte uns doch recht unterhaltsam durch die Führung. Vorbei an immer noch funktionierenden historischen Fahrzeugen, riesigen Musikboxen und U-Boot Motoren kamen wir dem eigentlichen Highlight immer näher, der Concorde und der Tupolew 144, zwei original aus dem Linienflug genommene Modelle, die in ihrem Anflugwinkel von 17 Grad auf dem Dach des Museums aufgebaut sind. Noch einen Blick auf die roten Rennboliden und der Gastausstellung über pneumatische Muskel werfend, ging die Führung dem Ende entgegen und wir machten uns auf den Weg zurück nach Dresden, wo wir gegen 23 Uhr ankamen.

Danksagung

An dieser Stelle möchten wir uns im Namen aller Studenten nochmals herzlich bei Prof. Habiger für die ausgezeichnete Organisation und bei Prof. Janschek für Durchführung bedanken. Für das Sponsoring geht ein großes Dankeschön an den VDE-Bezirksverein Dresden sowie an die Firmen, die weder Kosten noch Mühe gescheut haben, um allen Teilnehmern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten!

Wir hoffen, dass auch den Studenten der kommenden Jahrgänge solche Exkursionen weiterhin ermöglicht werden können.

Christoph Kändler, Alexander Heldt

Stand: 15.01.2010 13:44
Autor: Webmaster IFA