TUD

Institut für Automatisierungstechnik

Abwasserteilstrombehandlung Chemisch Nickel

Laufzeit: April 2003 - September 2004
Antragsteller: Galvanotechnik Breitungen GmbH & Co. KG
Kooperationspartner: Institut für Automatisierungstechnik
Finanzierung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Schlussbericht Technischen Informationsbibliothek Hannover

Kurzbeschreibung

Bei der chemisch-reduktiven Abscheidung von Nickel werden durch den Einsatz starker Reduktionsmittel (Hypophosphit) homogene Metallschichten abgeschieden. Das chemisch-reduktive Wirkprinzip der Metallabscheidung hat zur Folge, daß die eingesetzten Prozesslösungen nur eine begrenzte Nutzungsdauer besitzen, wobei die abwassertechnische Behandlung von Spülwasserkonzentraten und nicht mehr nutzbaren Prozeßlösungen wegen deren komplexer Zusammensetzung problematisch ist. Zudem kann durch eine Neutralisationsfällung ohne entsprechende Vorbehandlung der Grenzwert für Phosphor im behandelten Abwasser nicht eingehalten werden, da Hypophosphit keine schwerlöslichen Salze bildet und somit aus dem Abwasser mittels einer Fällung nicht abgetrennt werden kann.

Im Rahmen des beantragten Vorhabens ist vorgesehen, eine oxidative Vorbehandlung des Teilstroms auf elektrochemischen Wege durchzuführen. Durch die anodische Behandlung soll Hypophosphit in eine fällbare Phosphorverbindung überführt und die organischen Komponenten (Stabilisatoren und Komplexbildner) zersetzt bzw. modifiziert werden. Durch eine abschließende Neutralisationsfällung können dann behördlich festgelegte Grenzwerte für Phosphor und Schwermetalle (Nickel) eingehalten werden. Der Bedarf an Chemikalien und das Abfallaufkommen soll durch das elektrochemische Wirkprinzip der Teilstrombehandlung begrenzt werden.

Die Prozess- und Anlagentechnik für die elektrochemische Teilstrombehandlung soll im Rahmen einer Kooperation entwickelt werden. Die Praxiserprobung der Prozess- und Anlagentechnik soll im Rahmen einer Pilotanlage erfolgen, wobei neben Spülwasserkonzentraten und Eluaten von Regeneratoren auch nicht mehr nutzbare Prozesslösungen untersucht werden. Dadurch soll die Funktionsfähigkeit und die Anwendungsbreite der entwickelten Prozess- und Anlagentechnik demonstriert werden.

Stand: 27.02.2015 11:07
Autor: Webmaster LGS