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2001
Sponsoring:VDE-Bezirksverein Dresden Fakultät Elektrotechnik der TU Dresden 2001 - Studentenexkursion des Instituts für Automatisierungstechnik nach Erlangen, Stuttgart und Baden (Schweiz) Die Tradition der letzten Jahre fortsetzend waren Studenten der Automatisierungstechnik wieder auf Exkursion. Die Professoren Habiger und Janschek sowie eine Meute "entdeckungswütiger" Studenten der FH Zittau und der TU Dresden lernten in den drei Tagen die Unternehmen Siemens, DaimlerChrysler und ABB etwas näher kennen. Reisebericht von Marek Haustein:In der Firma Siemens Automation & Drives /MC, sahen wir den für uns besonders interessanten Teil der Siemens AG (das MC steht für "Motion Control"). Zunächst wurden wir über Geschäftsfelder, Produkte und Aufgaben des Unternehmens aufgeklärt. Dabei erfuhren wir wenig Unbekanntes, lediglich die Tatsache, dass das Unternehmen von der übergeordneten Ebene lediglich ein (!) Ziel vorgeschrieben bekommt, wirkte absurd. Das Gefühl verschwand jedoch sogleich wieder, als das nicht ganz triviale Ziel genannt wurde: Die Nummer eins oder zwei auf dem Weltmarkt zu sein, egal auf welchem (legalen) Weg! Anschließend gab es lustige Bändlein zum in die Schuhe schieben (Anti-Statik-Bänder) sowie frisch gebügelte Kittel mit Siemens Aufschrift. Neu eingekleidet ging es zur Werksbesichtigung, es keimten Erinnerungen an das universitäre Fertigungstechnik-Praktikum auf (Bestückungs- und Lötautomaten). Die verschiedenen Transport - und Lagereinrichtungen gaben eine Vorstellung von dem, was man sonst in theoretisch anmutenden Vorlesungen erzählt bekommt. Ebenfalls ungewöhnlich war die hohe Anzahl an Kontrollstationen, bedenkt man aber, dass dort die später in äußerst sensibler Umgebung eingesetzten Steuerungen und Bedienpanels, sowie Motorregelungen hergestellt wurden, kann man den Aufstand verstehen (und den Preis der Siemens Produkte). Vor dem Mittagessen hörten wir noch einen Vortrag eines echten Regelungstechnikers, da konnte man sogar noch was lernen. Zumindest mal eine etwas andere Sicht auf schon bekannte theoretische Sachverhalte und vor allem die Erkenntnis: man braucht ja später tatsächlich etwas von dem, was man an der Uni beigebracht bekommt! Geschenktes Essen schmeckt besser, daher beschwerte sich auch niemand darüber. Die von den gefüllten Mägen unseren Hirnen vorenthaltenen Blutreserven hätten uns eigentlich unwillkürlich einschlafen lassen, wenn da nicht die nachfolgenden drei Vorträge gewesen wären. Sie beschrieben aus sehr unterschiedlichen Sichten das Unternehmen als solches. Dabei bekamen wir erstmals auf einer Unternehmenspräsentation auch Nachteile desselben genannt - sehr ungewöhnlich! Von der Personalabteilung kam noch eine Möglichkeit zur Sprache, von der ich wirklich noch nicht gehört habe: Sab-batical - man kann sich bis zu einem Jahr für eine Weltreise oder Weiterbildung freistellen lassen - das eröffnet Möglichkeiten!
Am nächsten Tag stand der Besuch der Firma mit dem Stern an, für viele die Hoffnung, endlich mal in einem sonst nur von außen angeschmachteten Fahrzeug zu sitzen. Doch zunächst stand natürlich erst mal die Theorie ganz oben, schließlich waren wir an einem Forschungszentrum der DaimlerChrysler AG. Was wir am Vortag am eigenen Leibe zu spüren bekamen - einen relativ langen Verkehrsstau auf der Autobahn - wurde uns nun theoretisch erläutert. Das war auch sehr nett - schließlich kann sich nun jeder von uns beim nächsten Stau damit trösten, zu wissen, wie ein solcher entsteht und sich fortbewegt. Die Erkenntnisse sollen jedoch nicht etwa jedem Autofahrer zu gute kommen (Staus verhindern), sondern nur dem Mercedes Fahrer, der dann drum herum fahren kann. Nun ja - das ist das gute Recht der Firma! Andere Ziele klangen da schon eher ehrenwert - etwa die Aussage, dass in Zukunft kein Mercedes mehr aktiv einen Unfall verursachen soll - dank der Technik. Dazu bekamen wir nach dem leckeren Essen etwas vorgetragen. Zunächst etwas, dass in Flugzeugen (!) schon jahrelang eingesetzt wird: Steer and Brake- by- wire. Wozu das gut sein soll und die Antworten auf viele andere Fragen wurden uns erteilt, auch mit praktischen Untermalungen am Auto. Das Verlangen, die Fahrzeuge mit allen nur möglichen Hilfssystemen - jeder mag selbst beurteilen, ob sinnvoll oder nicht - auszustatten, scheint bei diesem Unternehmen offensichtlich äußerst ausgeprägt zu sein. Diese These wurde durch die folgenden Vorträge über Fußgängererkennung (es gibt Computerspiele, bei denen das Ziel dieser Einrichtung genau gegenteilig interpretiert wird), passive Sicherheit (das James Bond - Auto in Theorie und Praxis - mit Fahrerpupillenbeobachtung), elektronische Knautschzone (LKW mit eingebautem Radar und automatischer Bremseinrichtung) und Night Vision (fahren wie bei Vollmond) untermalt. Eine weitere sehr nützliche Spielerei die sicher die femininen Exkursionsteilnehmer besonders ansprach (nicht persönlich gemeint) konnten wir leider nicht live bestaunen: Das automatische Einparken. Leider war am Ende die Zeit etwas knapp, da wir um unser Abendbrot in der JH Singen fürchteten. Die Tatsache, daß viele gar nicht wieder gehen wollten, sprach dafür, daß es ein sehr interessanter Tag war. Den ersten Test, ob wir auch über die Schweizer Grenze gelassen werden, unternahmen wir gleich nach dem Abendbrot, schließlich wollten wir uns nicht die attraktive Landschaft entgehen lassen. Der Rheinfall in Schaffhausen ist ja nun schließlich auch kein alltäglicher Anblick. Das fast schon traditionelle Professoren - Biertrinken durfte dann natürlich auch dieses Jahr nicht fehlen, diesmal fand es in einer etwas mäßigen Kneipe in Singen am Rhein statt, nichtsdestotrotz war es ein gemütlicher Abend. Der letzte Tag der Exkursion führte uns ins ABB Corporate Research Centre in Baden/Schweiz. Dort angekommen, fiel als erstes die wirklich vorzügliche Verköstigung auf, die sollte sich auch über den gesamten Aufenthalt fortsetzen. Als ersten Vortrag bekamen wir etwas allgemeines zu Forschung und Entwicklung bei ABB und natürlich auch spezielles zu hören. Für mich war es jedenfalls neu (Erweiterungsvorschlag: Messtechnik - Vorlesung!), dass man mit einer optischen Phase Dehnung, Druck und Temperatur messen kann, möglichst noch gleichzeitig. Anschließend folgten sogar noch ein paar (fast) philosophische Ausführungen zur Entwicklung der Halbleiter und der Endlichkeit des Mooreschen Gesetzes aufgrund von atomaren Werkstoffgrenzen. Im folgenden Vortrag bekamen wir die sehr lustige Geschichte zu hören, dass manchmal im Herbst oder Frühling in der gesamten Schweiz die Eisenbahn stehen bleibt, weil irgend jemand bei der Modellbildung des Gesamtsystems Elektrolok 1 - Leitungssystems - Elektrolok n nicht richtig aufgepasst hat. Nun ja, für die Zuginsassen wohl eher eine nicht so lustige Geschichte. Praktische Vorführungen fehlten natürlich auch nicht, so bekamen wir anschließend noch eine dezentrale Mikroturbine, einen Hochtemperatur - Supraleitenden Strombegrenzer und einen Faseroptischen Sensor vorgeführt. Die Exkursionsteilnehmer waren natürlich ob der Tatsache, dass sich ein Ledersessel eines Luxusautomobils angenehmer anfühlt als eine sich mit 70.000 Umdrehungen pro Minute bewegende Mikroturbine, nicht ganz so begeistert, wie am Vortag. Was folgte, war eine zehnstündige Rückfahrt nach Dresden, Zeit genug für jeden, die vielen interessanten Eindrücke zu verarbeiten und vor allem daran zu denken, wer uns außer natürlich den besuchten Firmen diese Fahrt ermöglicht hat: Ein großer Dank geht hiermit noch mal an Herrn Professor Habiger für die sehr ordentliche Planung und Organisation, Herrn Professor Janschek für die Begleitung und Unterstützung sowie vor allem an den VDE - Bezirksverein Dresden, welcher die Fahrt finanziell erst ermöglichte. Marek Haustein Erster Tag: Mittwoch, 6. Juni 2001Besuchsobjekt: SIEMENS AG, A&D MC Bau 42, Raum 305, Frauenauracher Strasse 80, 91056 Erlangen Zeitplan | Aktivitäten | verantwortlich | 06.00 Uhr | Abfahrt in Dresden mit Bus nach Erlangen von der Bayrischen Straße vor dem Hauptbahnhof | Prof. Habiger | 10.15 Uhr | Ankunft bei der SIEMENS AG Erlangen | | 10.30 Uhr | Begrüßung, Einführung | Frau Seiler | 10.35 - 11.05 Uhr | Siemens A&D Motion Control Systems | Herr Behrend | 11.05 - 11.15 Uhr | Kaffeepause | N.N. | 11.15 - 12.15 Uhr | Besuch des GWE | | 12.15 - 13.00 Uhr | Herausforderung Mechatronik | Dr. Schaefers | 13.00 - 14.00 Uhr | Mittagessen | | 14.00 - 14.15 Uhr | Wege zu Siemens | Herr Raith | 14.15 - 14.35 Uhr | Anforderungen und Perspektiven für Studenten | Dr. Ernst | 14.35 - 15.00 Uhr | Siemens A&D auf dem Weg zur e-Company | Frau Bellchambers | 15.00 Uhr | Abschlussdiskussion | alle | 16.00 Uhr | Ende der Veranstaltung | | 16.10 Uhr | Weiterfahrt nach Stuttgart | Prof. Habiger | gegen 19.00 Uhr | Abendessen in der Jugendherberge Stuttgart danach Zeit zur freien Verfügung Schließzeit der Jugendherberge: 24 Uhr | |
Zweiter Tag: Donnerstag, 7. Juni 2001Besuchsobjekt: DaimlerChrysler F&T, Standort Esslingen Zeitplan | Aktivitäten | verantwortlich | 07.30 Uhr | Frühstück in der Jugendherberge Stuttgart | | 08.45 Uhr | Abfahrt zu DaimlerChrysler | Prof. Habiger | 09.15 Uhr | Ankunft bei DaimlerChrysler, Esslingen | | 09.30 - 10.00 Uhr | Begrüßung | Herr Schoch | 10.00 - 10.30 Uhr | Verkehrsprognose | Dr. Rehborn, Herr Haug, Herr Aleksic | 10.30 - 12.00 Uhr | Intermodales Routing | Herr Bracht, Herr Raichle | 12.00 - 13.00 Uhr | Mittagessen | | 13.00 - 14.00 Uhr | Brake-by-Wire (Vortrag und Fahrzeugvorführung) | Dr. Constapel | 14.00 - 14.20 Uhr | Steer-by-Wire | Dr. Spieker | 14.20 - 14.40 Uhr | Elektronische Knautschzone | Herr Schäfers | 14.40 - 15.00 Uhr | Fußgängererkennung (Fahrzeugvorführung) | Dr. Franke | 15.00 - 15.20 Uhr | Passive Sicherheit (Fahrzeugvorführung) | Herr Mayer | 15.20 - 15.40 Uhr | Automatisches Einparken (Fahrzeugvorführung) | Dr. Spieker | 15.40 - 16.00 Uhr | Night Vision und Imaging Radar | Dr. Wenger | 16.00 Uhr | Verabschiedung | Herr Thurner | 16.10 Uhr | Ende der Veranstaltung | | 16.15 Uhr | Weiterfahrt nach Singen | Prof. Habiger | 18.30 Uhr | Abendessen in der Jugendherberge Singen | | 19.30 Uhr | Abfahrt nach Neuhausen Prof. Habiger Besichtigung des Rheinfalls bei Schaffhausen Rückkehr gegen 21.30 Uhr | |
Dritter Tag: Freitag, 8. Juni 2001Besuchsobjekt: ABB Corporate Research Ltd CH ? 5405 Baden-Dättwil / Switzerland Zeitplan | Aktivitäten | verantwortlich | 07.00 Uhr | Frühstück in der Jugendherberge Singen | | 08.00 Uhr | Abfahrt nach Baden / Schweiz | Prof. Habiger | 09.30 Uhr | Ankunft bei ABB Corporate Research Ltd | | 09.45 Uhr | Begrüßungskaffee | | 10.00 - 10.30 Uhr | Begrüßung Einführung (Forschung und Entwicklung bei ABB) | Dr. O. Lanz, stellv. Direktor | 10.30 - 11.00 Uhr | Automatisierungstechnik, Aktivitäten, Projekte | | 11.00 - 11.30 Uhr | Elektronik, Sensorik | | 11.30 - 12.30 Uhr | Laborrundgang (zwei Parallelgruppen, je 20 Min.); danach Kurzvorträge von Wissenschaftlern der ABB zu folgenden Themen: - Elektrotechnologien: Hochtemperatur-Supraleitende Strombegrenzer
- Leistungselektronik: Dezentrale Stromerzeugung: Mikroturbine
- Elektronik und Messtechnik: Faseroptische Sensoren
| | 12.45 - 13.45 Uhr | Mittagessen im ABB Personalrestaurant | | 14.00 Uhr | Ende des Besuchs | | 14.10 Uhr | Rückfahrt nach Dresden | Prof. Habiger | gegen 23.00 Uhr | Ankunft in Dresden, Ende der Exkursion | |
Stand: 15.01.2010 13:48
Autor: Webmaster IFA
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