Nach einem kräftigen Frühstück, begann unser Volkswagen Tag mit einer Führung durch die Autostadt. Die 2 Stunden wurden mit tollen Autos, wie einem 1930er Phaeton Sedan oder dem aktuellen Bugatti kurzweilig. Dazu gab es noch Ausblicke in die Zukunft des Automobils und zu alternativen Antrieben, was die Verantwortung für unsere Umwelt mit ansprach. Leider war die Zeit für die vielen Ausstellungen knapp.
Unsere nächste Station war das phæno, ein Museum, das auf einfache Weise Kindern physikalische Effekte näher bringen soll und auch für uns einige interessante Experimente zu bieten hatte. Wie z.B. ein Spiel, bei dem die Gehirnströme gemessen wurden und derjenige gewann, der sich besser entspannen konnte. Viele Versuche wurden aber von Herrn Mahler in den Physikvorlesungen schon anspruchsvoller vorgeführt.
Treffpunkt Werktor 17: Jetzt lag die Automatisierungstechnik wieder im Fokus. Wir wurden durch die Produktionshallen der Volkswagen AG geführt, oder besser gesagt gefahren, was bei der 8km langen Tour sehr angenehm war. In ca. einer Stunde bestaunten wir den kompletten Fertigungsprozess eines Golfs. Der erste Schritt ist die Herstellung der Karosseriebleche mit riesigen Pressen, was zu 98% automatisiert abläuft. Es gab in jeder Ecke Automatisierungstechnik zu sehen, aber mit unserem 320PS Golf, mit seinen 2 Anhängern, ging es schnell zum nächsten Produktionsschritt, dem Schweißen. 1600 Roboter fügen hier die Bleche zu einem Auto zusammen und man kann schon das Modell erkennen. Diesem Arbeitsschritt folgt die Lackierung. In die verschlossenen Kabinen kann man während des Lackierens natürlich nicht hinein schauen und daher ging es in der 1,3km langen Werkhalle weiter zu den Taktstraßen, in denen tausende Arbeiter die Karosse mit allerlei Teilen bestücken, bis das Auto alles beinhaltet, was der Kunde bestellt hat. Jede Minute läuft ein Fahrzeug vom Band, erklärte uns unser Werksführer. Er hätte sicher noch lang über den Produktionsprozess reden können, aber wir hatten schon den nächsten Termin im Bereich ?FE?. ?Freizeit und Erholung?, wie er scherzhaft meinte.
In der Forschungs- und Entwicklungsabteilung besuchten wir das HMI Labor, was wohl für die meisten, den spannendsten Teil des Tages aus machte. In einer Präsentation wurden kurz aktuelle Forschungsgebiete mit ihren Problemstellungen vorgestellt und es gab dabei auch einige Parallelen zu unseren Vorlesungen. Schwerpunkte sind, dem Fahrer des Autos die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt zu übermitteln. Dabei darf er aber von seiner Hauptaufgabe, dem Fahren, nur unwesentlich abgelenkt werden. Die Bedienung muss dabei einfach und intuitiv erfolgen. In verschiedenen Experimenten, wie Fahrsimulatoren oder Sitzboxen wird dafür versucht herauszufinden, wie viel Aufmerksamkeit die Bedienung der Geräte dem Fahrer entzieht und ob Bedienelemente ergonomisch angeordnet sind.
Ein Ansatzpunkt für die einfache Bedienung stellen dabei Touchscreens und Spracheingabe dar, was wir auch selbst ausprobieren durften. Der Testaufbau kam auch mühelos mit dem sächsischen Dialekt zurecht. So begeistert hätten wir beinahe das Abendbrot in der Jugendherberge aus den Augen verloren.
Danke dem VDE Dresden, dass wir den Tag gemütlich mit einem Bier in der Innenstadt von Wolfsburg ausklingen lassen konnten.