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Reinhart Koselleck-Projekt

Reinhart Koselleck-Projekt an Professor Czarske vergeben

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Forschungsprojekts "Adaptive Lasersysteme mit Wellenfrontregelung und Phasenkonjugation für Strömungsmessungen bei Brechungsindexeffekten" als Reinhart Koselleck-Projekt bewilligt. Projektleiter ist Prof. Jürgen Czarske, Inhaber der Professur für Mess- und Prüftechnik an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik. Die DFG fördert das Projekt innerhalb der nächsten fünf Jahre mit insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Durch Reinhart Koselleck-Projekte fördert die DFG Forschungsarbeiten, die neue Wege beschreiten und besonders innovativ sind. Mit dieser Art der Förderung sollen Freiräume für wissenschaftliche Pionierarbeiten geschaffen werden. Da Reinhart Koselleck-Projekte zudem die renommierteste personenbezogene Projektförderung der DFG sind, muss nicht nur die Projektskizze, sondern auch die bisherige wissenschaftliche Arbeit des Antragstellers überzeugen. Reinhart Koselleck-Projekte stellen einen großen Vertrauensvorschuss dar und werden daher nur sehr selten vergeben. Diese besondere, extrem kompetitive Projektförderung wurde erstmals für das Forschungsgebiet der Messsysteme und erst zum zweiten Mal für die TU Dresden bewilligt.

Prof. Czarske äußerte sich begeistert: "Das verliehene Reinhart Koselleck-Projekt ist eine Bestätigung unseres eingeschlagenen Weges, eine große Chance für eine grundlegende Forschung und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, aber auch eine Verpflichtung für wegweisende Arbeiten zur Mess- und Sensorsystemtechnik. Der Traum, ein neues Forschungsgebiet grundlegend und über mehrere Jahre mit freier Gestaltung zu verfolgen, ist nun Wirklichkeit geworden."

Im Rahmen des Projekts wollen die Forscher bisher nicht Sichtbares sichtbar zu machen. Bis heute sind viele wichtige Strömungsphänomene nicht oder nur schwer laseroptisch messbar, weil die Vermessung durch die Streuung von Licht behindert wird. Das Reinhart Koselleck-Projekt verfolgt das ambitionierte Ziel, die Störungen der Lichtausbreitung mittels kürzlich entwickelter adaptiver Optiksysteme zu korrigieren. Durch den Einsatz solcher verstellbaren optischen Elemente soll der Störeinfluss auf die Messung unterdrückt werden, so dass neue Einblicke möglich werden. Damit würden grundlegend neuartige Messmöglichkeiten für die Mikro- und Nanofluidik, die Turbulenzforschung und biomedizinische Strömungsphänomene geschaffen werden.

Die Lasermesssysteme, die im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelt werden sollen, könnten in der Medizin eingesetzt werden, z.B. um die Bildung von Arteriosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung oder Arterienverhärtung) zu untersuchen. Arteriosklerose kann Blutströmungen lebensgefährlich reduzieren oder sogar zum Stillstand bringen. Die adaptiven Messsysteme, an deren Entwicklung das Team um Prof. Czarske arbeitet, sollen den Zugang zur Messstelle – im Fall von Arteriosklerose sind das tiefe, stark streuende Gewebe- und Ablagerungsschichten – ermöglichen und die Messung ausführen. Die anvisierten Messsysteme könnten nicht nur zu Fortschritten in der Medizin führen, sondern auch die Energieeffizienz in der Verfahrenstechnik steigern. Von besonderem Interesse sind hierbei Messungen durch die sich bewegenden Oberflächen von dünnen Filmströmungen bei der Wärmeübertragungstechnik. Allerdings treten Variationen bei der Ausbreitung des Lichts auf, wie sie auch beim Flimmern der Luft über einem heißen Straßenbelag, beim Funkeln der Sterne oder bei einem Blick in ein Schwimmbecken zu sehen sind. Muster auf dem Beckenboden weisen eine Verzerrung auf, die mit der Bewegung der Wasseroberfläche zusammenhängen.

Bei den Forschungsarbeiten wird Prof. Czarske von Dr. Lars Büttner, Christoph Leithold, Hannes Radner und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt. Aufgrund des stark interdisziplinären Charakters des Projekts arbeiten die Forscher mit Partnern im In- und Ausland zusammen. Die Forscher können bereits auf eine Reihe von weltweiten Publikationen auf dem Gebiet der adaptiven Lasermesssysteme verweisen.

Weitere Informationen finden Sie Opens external link in new windowhier.

Opens external link in new windowWebseite der Professur für Mess- und Prüftechnik

Stand: 01.10.2014 17:49
Autor: Monique Rust