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EU-Projekt ADDAPT

Energiehunger der optischen Datenkommunikation drosseln
TU-Wissenschaftler starten das EU-Projekt "ADDAPT - Adaptive Data and Power Aware Transceivers for Optical Communications"

Optische Transceivermodule, wie sie heutzutage in der modernen Daten- und Telekommunikation zur Datenübertragung eingesetzt werden, können sich weitestgehend weder an den aktuellen Bedarf des Nutzers noch an die aktuellen Anforderungen des Netzes anpassen. Daher arbeiten sie ständig mit maximaler Leistung. Das bedeutet allerdings, dass sie weder energieeffizient noch ressourcenschonend sind. Das EU-Forschungsprojekt "ADDAPT - Adaptive Data and Power Aware Transceivers for Optical Communications" will deswegen ein dynamisches elektro-optisches Transceivermodul entwickeln, das Daten sehr schnell und zugleich sehr energieeffizient übertragen kann. Dafür sollen Schaltungen, Komponenten und Module entworfen werden, bei denen die Leistungsfähigkeit (v.a. die Bandbreite) und der Energieverbrauch des Transceivermoduls an die aktuellen notwendigen Bedingungen im Netz (z.B. aktuelle Datenlast) angepasst werden können. "Das ist in diesem Bereich ein vollkommen neuer Ansatz, der zu einer drastischen Reduzierung des Energieverbrauchs eines solchen Systems beitragen würde", so der Projektkoordinator Prof. Frank Ellinger. "Damit würden gleichzeitig auch der CO2-Ausstoß und die Betriebskosten eines solchen Systems  sinken", ergänzt Dr. Ronny Henker, der ausführender Projektmanager von ADDAPT. 

Warum ist diese Projekt nötig? Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) prägt unser heutiges Leben und bringt Erleichterungen in Beruf und Alltag: wir speichern unsere Daten in und laden sie wieder aus der Cloud, wir kaufen via Smartphone die Fahrkarte für den Bus, im Bus beantworten wir unsere E-Mails oder suchen im Internet nach Informationen. Allerdings steigt mit der alltäglichen und vielfältigen Nutzung der IKT auch deren Energieverbrauch. Die IKT ist momentan für 3% des gesamten weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich; und ihr Energieverbrauch verdoppelt sich alle fünf Jahre. Deswegen suchen Wissenschaftler nach Wegen, den Energiehunger der IKT zu drosseln. Zu diesem Zweck startet die Professur für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU Dresden das Projekt ADDAPT. 

Das Kick-Off-Meeting fand am 16.1.2014 statt. Das Projekt läuft bis 30.4.2017 und wird durch das 7. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (FP7) von der EU gefördert. Dem Projekt stehen insgesamt  4,8 Mio. EUR zur Verfügung. Die TU Dresden arbeitet im Rahmen des Projekts mit sieben Partnern (drei großen und drei kleinen Firmen, einer Universität) aus sieben europäischen Ländern zusammen.  

Kontakt für Journalisten: 
Dr. Ronny Henker
Professur für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie 
Tel.: +49 351 463 33084
Opens window for sending emailronny.henker@tu-dresden.de

Stand: 03.02.2014 16:22
Autor: Monique Rust